Liebe Leser,

anbei findet Ihr wieder eine kleine Auswahl aktueller Nachrichten vom afrikanischen Kontinent. Diesmal mit einem Schwerpunkt auf die Proteste von Oppositionsparteien und frustrierten Bürgern, die eine Vielzahl afrikanischer Staaten erschüttern. Schade ist, dass die deutschen Medien dieses Phänomen nicht zusammenfassend betrachten und den Ursachen auf den Grund gehen. Ich habe vor fast einem Jahr einen Artikel zu den (damaligen) Protesten geschrieben, den ihr hier (und hier ein kurzes Update) finden könnt. Das Phänomen ist also kein neues.

Weitere Artikel dieses Pressespiegels behandeln folgende Themen und sind am Ende des Pressespiegels zu finden:

  • Aktuelle Entwicklungen bei den EPAs / Freihandelsabkommen zwischen der EU und Afrika
  • Volkswagen will tausende Polos in Kenia bauen.
  • Einem vergessenen Konflikt in Nord-Nigeria – 3 Millionen Menschen von Hunger bedroht.
  • Dem unglaublich harten Leben von Flüchtlingen.
  • Einem IWF-Rettungsprogramm für Ägypten, dass womöglich die nächsten Flüchtlinge nach Europa treibt.
  • Der drohenden Absetzung des südafrikanischen Finanzministers – übersetzt: Wie Zuma sein Land zerstört.
  • Innere Streitigkeiten im südafrikanischen ANC.
  • Wie Freihandels- und Investitionsschutzabkommen die globale Gesundheit ruinieren.
  • Tisa-Abkommen Geheimpapiere enthüllen, wie Industrieländer den Welthandel formen wollen
  • Der Tatsache, dass immer mehr Menschen auf der Flucht sterben.
  • Dem Neoliberalismus und wie wir uns davon heilen können.

Über die letzten Wochen und Monate kam es zu teilweise gewaltsamen Protesten in Simbabwe, der DR Kongo, Äthiopien, Gabun, Guinea, Burundi, Tschad. Zusätzlich wird in immer mehr afrikanischen Ländern die Medienfreiheit und der Zugang zu sozialen Medien eingeschränkt. Anbei Artikel zu den jeweiligen Ländern.

Zur Situation in Simbabwe:

„Mugabe muss weg“

Es kommt zu Straßenschlachten in der Hauptstadt Harare, nachdem die Polizei gewaltsam eine genehmigte Oppositionsdemonstration sprengt.

http://taz.de/Schwere-Unruhen-in-Simbabwe/!5334109/

‚MUGABE MUST GO‘: Robert Mugabe will not allow an Arab Spring in Zimbabwe as police crush another anti-government protest

President Robert Mugabe will not allow the growing public anger in his country to grow into Zimbabwe’s Arab Spring. Desperate economic conditions under Mugabe’s 36-year rule have led to a series of protests in recent months. On Friday, Zimbabwe’s fractured opposition parties banded together to organize one of the largest demonstrations in recent years. Police were deployed to crush the march.

http://qz.com/768342/robert-mugabe-will-not-allow-an-arab-spring-in-zimbabwe-as-police-crush-another-anti-government-protest/

Aufstände in Simbabwe: Gericht erlaubt Oppositionsproteste

Seit Monaten gibt es in Simbabwe Proteste gegen die Regierung. Nachdem die Polizei diese Proteste verboten hatte, erlaubte sie ein Gericht nun wieder.

http://taz.de/Aufstaende-in-Simbabwe/!5338124/

Mugabe kann sogar die Veteranen des Unabhängigkeitskriegs, seine treuesten Verbündeten, nicht mehr bezahlen. Sie verlassen das sinkende Schiff. Eine bisher beispiellose Entwicklung in Simbabwe:

Zimbabwe’s war veterans flee Mugabe’s sinking ship

Despite being among Robert Mugabe’s loudest cheerleaders over the past few decades, Zimbabwe’s surviving war veterans have made a decisive break with the nonagenarian president.

https://www.issafrica.org/iss-today/think-again-zimbabwes-war-veterans-flee-mugabes-sinking-ship

Patson Dzamara: ‚What we want is to decapitate this monster called Robert Mugabe‘ (Video)

http://mg.co.za/multimedia/2016-09-01-patson-damara-what-we-want-is-to-decapitate-this-monster-called-robert-mugabe


Zur Situation in der DR Kongo:

DR Congo protests against Joseph Kabila turn deadly (Text mit Video)

Rallies called by dissidents to oppose Kabila’s plan to stay on as caretaker president after expiry of his second term.

http://www.aljazeera.com/news/2016/05/drc-braced-protests-planned-opposition-160526050328405.html

Generalstreik im Kongo: Opposition immer genervter

Als Reaktion auf Dialogvorbereitungen kommt es zum Generalstreik. Wichtigste Streitpunkte: die verschobene Wahl und die politischen Gefangenen.

http://taz.de/Generalstreik-im-Kongo/!5326734/


Zur Situation in Guinea:

Polizei in Guinea eröffnete Feuer auf Demonstranten

Ein Mensch kam ums Leben – Opposition protestiert gegen Korruption und Misswirtschaft

www.derstandard.at/2000042937399/Polizei-in-Guinea-eroeffnete-Feuer-auf-Oppositions-Demo

Guinea’s anti-government rally: 500,000 protesters, 1 stray bullet

What was behind the mass opposition rally in Conakry?

(…)

At the same time, the more that the presidency of Alpha Condé, in power since 2010, evolves, the more his political strategy is looking illusory. While Condé has arguably worked diligently to re-establish Guinea on the international level, attract investment, employment, and economic growth, his deals with Abu Dhabi-based investment firms and the debt relief granted by the International Monetary Fund have not trickled down to the general population, which faces increasing poverty and inequality, particularly in urban areas.

http://africanarguments.org/2016/08/19/guineas-anti-government-rally-500000-protesters-1-stray-bullet/


Zur Situation in Gabun:

Gefälschte Wahl in Gabun: Ein Land in Aufruhr

Der Präsident „gewinnt“ die Wahl. Das Parlamentsgebäude brennt, die Oppositionszentrale wird bombardiert, es soll bis zu 50 Tote geben.

http://taz.de/Gefaelschte-Wahl-in-Gabun/!5332898/

Over 1,000 arrested amid Gabon’s deadly post-election violence

Three people were killed and up to 1,100 were arrested in Gabon on Thursday, the government said, in a second day of rioting over the announcement of President Ali Bongo’s re-election and his main rival’s accusation that the vote was rigged.

http://www.france24.com/en/20160902-gabon-arrested-deadly-post-election-protest-ali-bongo-ping

Präsidentschaftswahl in Gabun: EU zweifelt Wahlergebnis an

Nachdem die Opposition die Wiederwahl von Präsident Bongo angezweifelt hat, stärken EU-Beobachter die Kritiker. Das Ergebnis sei „anormal“.

http://taz.de/Praesidentschaftswahl-in-Gabun/!5334422/

Gabon: The importance of being there

Libreville — When I got to Gabon to cover the recent election, I found myself the only photographer from a major global news organization in the country. People ask — why bother covering yet another election and unrest in yet another African country? I tell them – how can we not? This is where Africa’s modern history is unfolding. If we are going to tell the story of Africa, of the narratives that are taking place on the continent, then we cannot back off from coming to places like these.

https://correspondent.afp.com/importance-being-there


Zur Situation in Äthiopien:

The centre holds on Cooperation between Amhara and Oromo oppositionists presents the government with one of its most serious challenges in 20 years

Significantly, the Amhara demonstrators expressed solidarity with their Oromo compatriots, of whom around 500 have been killed by security forces during an uprising that is now into its tenth month in Ethiopia’s most populous province. In keeping with some of the Oromia incidents, the protest in Bahir Dar began peacefully, but when a security guard at a government-linked building opened fire on threatening crowds, looting erupted. Security forces then used lethal force, as they have done regularly in Oromia, killing perhaps 30 demonstrators (AC Vol 57 No 6, Oromia erupts).

http://www.africa-confidential.com/article/id/11754/The_centre_holds_on


Und auch nach über einem Jahr der Gewalt in Burundi, gibt es von dort noch immer kaum positive Nachrichten:

UN beklagen Menschenrechtsverletzungen in Burundi

Im ostafrikanischen Burundi sind Menschenrechtsverstöße an der Tagesordnung. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. Die Regierung in Bujumbura wurde zur Stellungnahme aufgefordert.

http://www.dw.com/de/un-beklagen-menschenrechtsverletzungen-in-burundi/a-19471850

Burundi: Friedensgespräche unter schwierigen Bedingungen

Nach über einem Jahr Gewalt soll es endlich Frieden geben in Burundi. Die burundische Regierung trifft sich mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Doch gegenseitiges Misstrauen macht die Gespräche zum Drahtseilakt.

http://www.dw.com/de/burundi-friedensgespr%C3%A4che-unter-schwierigen-bedingungen/a-19278679

Burundi: Die Angst bleibt

Vor einem Jahr trat Burundis Präsident Nkurunziza eine umstrittene dritte Amtszeit an. Damals lieferten sich Regimegegner und Befürworter einen blutigen Kampf. Die Lage ist ruhiger, aber der Konflikt brodelt weiter.

http://www.dw.com/de/burundi-die-angst-bleibt/a-19488993


Zur Situation im Tschad:

Deutsche Hilfe für Tschads Polizei: Débys Einsatzkräfte schießen scharf

Bei Protesten der Opposition in Tschad wurde ein Demonstrant erschossen. Die Polizei erhält Entwicklungshilfe aus Deutschland.

http://taz.de/Deutsche-Hilfe-fuer-Tschads-Polizei/!5324541/

Tschad: Mit neuem Mut gegen einen alten Herrscher

Trillerpfeifen, Kochtöpfe und Autohupen: Die Menschen im Tschad greifen zu kreativen Mitteln um gegen Willkür und Unterdrückung zu demonstrieren. Wenige Wochen vor den Wahlen gerät Präsident Déby unter Druck.

http://www.dw.com/de/tschad-mit-neuem-mut-gegen-einen-alten-herrscher/a-19075927


Zur Einschränkung der Medienfreiheit und dem Zugang zu sozialen Netzwerken:

Mali is the latest African country to impose a social media blackout

It hasn’t been a good week for internet freedom in Africa, with three countries imposing social media blackouts, according to the campaign Keep it On.

http://qz.com/762082/mali-is-the-latest-african-country-to-impose-a-social-media-blackout/

Angola passes laws to crack down on press and social media

Regulatory body set up to control all forms of publishing as ruling party gears up to extend its reign, Maka Angola reports.

https://www.theguardian.com/world/2016/aug/19/angola-passes-laws-to-crack-down-on-press-and-social-media


Weitere Artikel:

Zu den aktuellen Entwicklungen bei den EPAs:

EU drängt Afrika unfairen Freihandel auf

Was in Ostafrika funktioniert hat, soll nun auch in Westafrika bei der ECOWAS funktionieren: Die EU hat ein Ultimatum bis zum 1. Oktober gesetzt, das freilich nicht so heißt. Danach verlieren unbotmäßige Länder das Zugangsrecht für ihre Exportprodukte nach Europa. Rechte, die teils bis auf das Lomé-Handels- und Entwicklungsabkommen aus dem Jahre 1975 zurückreichen.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1024435.eu-draengt-afrika-unfairen-freihandel-auf.html

Zwei Artikel zu den EPAs findet ihr hier:


Wie den Käfer in den Sechzigerjahren: Volkswagen will tausende Polos in Kenia bauen

Volkswagen lässt seinen Kleinwagen Polo künftig auch in Kenia bauen. Die Stadt Thika nahe der Hauptstadt Nairobi wird nach Konzernangaben neben Nigeria und Südafrika der dritte Produktionsstandort des Wolfsburger Autoherstellers in Afrika.

http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/771141/volkswagen-will-tausende-polos-in-kenia-bauen

Über „Autos made in Africa“, d.h. über lokale Firmen, habe ich folgenden Artikel geschrieben:


Eine Reportage, die einen kleinen Einblick in das unglaublich harte Leben von Flüchtlingen wirft:

Diese Männer werden wahrscheinlich sterben

Wer aus Westafrika nach Europa flieht, muss durch Agadez im Niger. Besuch in der Hauptstadt des Menschenschmuggels.

http://www.zeit.de/2016/34/niger-fluechtlingsroute-menschenschmuggel-westafrika/komplettansicht


Über das IWF-Rettungsprogramm für Ägypten und seine möglichen Folgen:

Ägypten, das karge Brot des IWF und die nächste Flüchtlingswelle

Wer immer auch glaubt, der Internationale Währungsfonds habe sich geläutert, schaue nach Ägypten. Dort werden traditionelle „Strukturreformen“ durchgesetzt, die mit schönen Worten bemäntelt werden. Deutsche Politiker, die etwas für die Verhältnisse in potentiellen Flüchtlingsländern tun wollen, müssten auf die Barrikaden gehen.

https://makroskop.eu/2016/08/aegypten-das-karge-brot-des-iwf-und-die-naechste-fluechtlingswelle/


Südafrika: Politthriller am Kap

Südafrikas Finanzminister Gordhan ist einflussreichen Parteikadern ein Dorn im Auge. Nun droht womöglich seine Absetzung. Die Finanzmärkte reagieren schockiert.

http://www.dw.com/de/s%C3%BCdafrika-politthriller-am-kap/a-19503209?maca=de-Twitter-sharin


#OccupyLuthuliHouse shows South Africa’s ANC is turning on itself

The march on the party’s headquarters is a sign of its members’ frustration, and shows it is in serious danger of fracturing

https://www.theguardian.com/world/2016/sep/07/occupy-luthuli-house-south-africa-anc-turning-on-itself


Zum Konflikt in Nord-Nigeria – 3 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Africa’s forgotten crisis (Text mit Video)

What can be done to help millions of people fleeing a brutal conflict in northern Nigeria and neighbouring countries?

The UN is warning that three million people are at risk of starvation in northern Nigeria.

About 1.2 million more are affected in countries neighbouring Lake Chad, in what officials say is the most devastating food crisis in years.

http://www.aljazeera.com/programmes/insidestory/2016/08/africa-forgotten-crisis-160818182709279.html


Artikel ohne Afrika-Bezug:

Wie Freihandels- und Investitionsschutzabkommen die globale Gesundheit ruinieren.

„Es geht in dieser Welt etwas auf fundamentale Weise schief “, sagt die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, „wenn Unternehmen politische Maßnahmen anfechten können, die die Öffentlichkeit vor gesundheitsgefährdenden Produkten schützen sollen.“

https://www.medico.de/rendite-vor-gesundheit-16541/


Tisa-Abkommen Geheimpapiere enthüllen, wie Industrieländer den Welthandel formen wollen

Wie TTIP und Ceta ist es ein wichtiges Abkommen für den Welthandel: Tisa. Dabei geht es nicht um Waren, sondern um Dienstleistungen, also um Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Banken und IT.

Wikileaks hat nun geheime Dokumente der Tisa-Verhandlungen veröffentlicht. Sie zeigen, wie weit die Gespräche bereits gediehen sind und wo noch Streitpunkte liegen.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eil-tisa-abkommen-geheimpapiere-enthuellen-wie-industrielaender-den-welthandel-formen-wollen-1.3163122


 Immer mehr Menschen sterben auf der Flucht

Die Betroffenheit und der kollektive Aufschrei waren groß, als vor einem Jahr das Foto des toten Alan Kurdi um die Welt ging. Der leblose Körper des Jungen war am 2. September 2015 an die türkische Küste gespült worden. Doch seitdem ist die Situation für Flüchtlinge und Migranten keinen Deut besser geworden.

https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/2016-09-02-immer-mehr-menschen-sterben-flucht


Neoliberalismus ist heilbar

Die Kritik an der Globalisierung erreicht die westlichen Mittelschichten – kein Wunder.

Von Joseph E. Stiglitz

http://www.ipg-journal.de/kolumne/artikel/neoliberalismus-ist-heilbar-1579/


Vorherige Pressespiegel:

Hier geht es zum dritten Afrika-Pressespiegel.

Hier geht es zum zweiten Afrika-Pressespiegel.

Hier geht es zum ersten Afrika-Pressespiegel.

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