Wenn es darum geht, möglichst wenig Steuern zu zahlen, sind Unternehmen pfiffig. Deutschland verliert jährlich rund 17 Milliarden Euro, weil internationale Konzerne wissen, wie man – legale – Steuervorteile und -schlupflöcher nutzt. Beraten werden sie dabei häufig von den vier größten Wirtschaftsprüfungsunternehmen, den sogenannten „Big Four“: PricewaterhouseCoopers (PWC), KPMG, Deloitte und Ernst & Young (EY). Gleichzeitig vergibt der Staat Millionenaufträge an die vier großen Wirtschaftsprüfer.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament Sven Giegold sieht das kritisch. „Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim“, meint er. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, weist zudem auf die Rolle der Big 4 im Cum/Ex-Dividenskandals hin. Er schrieb im Abschlussbericht des Cum/Ex-Untersuchungsausschuss: „Ohne die gewerbsmäßige Bereitstellung von steuerlichen Gutachten, insbesondere durch die großen Wirtschaftskanzleien oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie KPMG, wären Cum/Ex-Geschäfte nicht möglich gewesen“.

Die Tatsache, dass die großen Wirtschaftsprüfer Unternehmen helfen, ihre Steuerzahlungen an den deutschen Staat zu minimieren, stört die Bundesregierung aber nicht, ihrerseits die Dienste der Berater in Anspruch zu nehmen.

Sven Giegold, der Grünen-Europapolitiker, sieht das kritisch. Er sagt: „Dass die Big 4 als Berater staatliche Aufträge bekommen, hat ein starkes Geschmäckle. Es ist eine Fehlentwicklung, dass selbst Ministerien in wichtigen Bereichen Expertise fehlt. Wir müssen Behörden, Ministerien und Parlamente wieder so ausstatten, dass sie selbst über starke Expertise verfügen.

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