Liebe Leserin, lieber Leser,

anbei findet Ihr wieder eine kleine Auswahl von Nachrichten vom afrikanischen Kontinent und Artikel ohne Afrika-Bezug, die ich aber auch äußerst lesenswerte finde. Der Pressespiegel enthält Berichte über:

  • Ein Interview über Ugandas Willkommenspolitik
  • Strategien gegen Migration: Die Wiederentdeckung Afri­kas
  • Afrika retten mit neoliberalen Parolen?
  • Entwicklungspolitik – Marktplatz Afrika
  • Kampf gegen Korruption: Nigeria will Whistleblower bezahlen
  • Die Rückkehr der Piraten vor Somalia
  • Wie im TV: Afrika wirbt in „der Höhle der Löwen“ um ausländische Investitionen
  • Einen offenen Brief an Mark Zuckerberg und seine IT-Initiativen
  • Äthiopien: Ostafrikas neue Wirtschaftsmacht?
  • Die vorsichtige Rückkehr der Importsubstitutionstrategie

 

Ugandischer Politiker über Flüchtlinge „Unsere Grenzen bleiben offen!“

In Uganda werde niemand abgewiesen, sagt Musa Ecweru, Minister für Flüchtlingsangelegenheiten. Denn man habe aus der Geschichte gelernt.

Andere Länder, die unter Anschlägen leiden, werden jetzt hochgerüstet an Flughäfen und Grenzen. Kenia will sogar eine Mauer nach Somalia bauen. Spielt Uganda auch mit diesen Gedanken?

Nein, wir würden das niemals akzeptieren, denn selbst die beste Sicherheitstechnologie und Überwachungskameras an jeder Ecke wird die Täter nicht aufhalten. Das haben wir bereits beim 9/11-Anschlag in New York gesehen. Wir müssen die Ursachen der Radikalisierung dieser Täter angehen. Eine Mauer – das würde uns nie in den Sinn kommen, denn wir sind Panafrikanisten. Wir sind überzeugt: Grenzen haben keine Zukunft. Es ist schockierend, dass auch die Deutschen jetzt wieder Mauern bauen in Afrika. Hat die deutsche Geschichte mit der Berliner Mauer euch keinen Denkzettel verpasst? Es scheint, als hätte all der Komfort und die Sicherheit in Europa eure Erinnerungen ausgelöscht, wie es war, als eure Großeltern noch Flüchtlinge waren.

Haben Sie keine Angst vor Terror?

Wir hatten in Uganda 2010 auch Terroranschläge und verdächtigten somalische Attentäter. Doch ich bin jeden Tag vor die Kameras getreten und habe an die Ugander als auch an die Somalier appelliert und erklärt: Wir werden die Täter fassen, egal welcher Nationalität sie angehören, es sind Einzeltäter und wir werden keine Gruppen von Menschen unter Verdacht nehmen. Kein Land sollte fremdenfeindliche Tendenzen erlauben, um Terrorismus zu bekämpfen. Wir Afrikaner erwarten das von Europa, denn Europa ist die Wiege der Menschenrechte.

Weiter: http://taz.de/Ugandischer-Politiker-ueber-Fluechtlinge/!5424032/

 

 

Strategien gegen Migration: Die Wiederentdeckung Afri­kas

Mehrere Gipfeltreffen wollen Afrikas Märkte öffnen und Grenzen schließen. Der Kontinent soll unseren Wünschen gehorchen.

Weiter: http://taz.de/Strategien-gegen-Migration/!5416153/

 

Afrika retten mit neoliberalen Parolen?

Afrika zu retten, ist derzeit ein großes Thema der deutschen Politik. Dass es nur um die Abwehr weiterer Migranten geht, will man nicht offen sagen. Doch die Bundesregierung würde besser schweigen: Niemand ist schlechter geeignet, komplexe wirtschaftliche Probleme zu lösen.

(…)

Schein-Afrika-Politik

Auch sollte sich der Bundespräsident fragen, ob sein humanitärer Aufruf an die Bevölkerung glaubwürdig ist in einer Zeit, wo Deutschland nichts im Sinn hat, als eine Schein-Afrika-Politik zu betreiben, bei der es gar nicht um Afrika, sondern nur um die Abwehr weiterer Flüchtlinge geht. Die Schweizer NZZ hat das auf den Punkt gebracht: „Die Angst vor mehr Afrikanern in Deutschland ist stärker als die Sorge um den Kontinent“.

Ich habe es schon oft gesagt (hier zum Beispiel) und will es nicht dauernd wiederholen, aber warum fragt man nicht ein einziges Mal, wieso die Politik von IWF und Weltbank, die seit vielen Jahrzehnten in Afrika die Wirtschaftspolitik beraten und zum Teil diktieren, so wenig gebracht hat, dass es im 21. Jahrhundert immer noch Hungersnöte gibt. Und wieso muss die deutsche Politik jetzt private Investoren auffordern, sich in Afrika zu engagieren, wo klar ist, dass private Investoren ohne kohärente Wirtschafts- und Finanzpolitik in den afrikanischen Ländern mehr Schaden als Nutzen bringen.

Weiter: https://makroskop.eu/2017/06/afrika-retten-mit-neoliberalen-parolen/

Entwicklungspolitik: Marktplatz Afrika

Die Industrieländer wollen Afrika mit neuen „Partnerschaften“ helfen. Das klingt nach Augenhöhe, also positiv. Doch tatsächlich geht es bloß um die Länder, in denen gute Geschäfte winken. Notleidende Staaten bleiben außen vor.

So steht auch die deutsche Initiative nur auf einem Bein. Sie unterstützt jene, die schon weit gekommen sind, lässt die anderen aber zurück. Und sie eröffnet Chancen vor allem für Investoren. Keine Frage: Gute Infrastruktur, integere Institutionen, solide (Aus-)bildung und eine Wirtschaft, die den Ketchup selbst herstellt, statt rohe Tomaten zu exportieren – all das ist Voraussetzung für echte Entwicklung. Nur müssen die Renditen dann auch bei jenen bleiben, die sie erwirtschaften. Sonst verdient die Partnerschaft den Namen nicht.

Weiter: http://www.sueddeutsche.de/politik/entwicklungspolitik-marktplatz-afrika-1.3542767

 

Kampf gegen Korruption: Nigeria will Whistleblower bezahlen

Eine Whistleblower-Richtlinie erlaubt künftig Zahlungen an Informanten. Sie soll helfen, die Korruption zu bekämpfen.

In Nigeria will die Regierung künftig auf Whistleblower setzen, um die grassierende Korruption zu bekämpfen. Erstmalig sollen, so hat es nun die Regierung in der Hauptstadt Abuja verkündet, 20 Personen für ihre Informationen gut eine Million Euro erhalten. Die Summe erscheint immens hoch, befindet sich Afrikas einwohnerreichster Staat doch weiterhin in der Rezession.

Gerechtfertigt sei die Zahlung laut Finanzministerin Kemi Adeosun dennoch. Schließlich sei es gelungen, somit mehr als umgerechnet 31,6 Millionen Euro aufzuspüren. Nach Angaben der Finanzministerin ist es das erste Mal, dass die Regierung unter der Whistleblower-Richtlinie Zahlungen veranlassen wird.

Weiter: http://taz.de/Kampf-gegen-Korruption/!5415838

 

Die Rückkehr der Piraten vor Somalia

Der Leiter des UN-Programms zur Bekämpfung maritimer Kriminalität über die Gründe der Wiederkehr nach fünf Jahren

Wien – Nach nur vier Tagen waren die Männer aus Sri Lanka wieder frei. Somalische Piraten hatten sie Mitte März inklusive ihres Öltankers vor der Küste gekapert und damit die erste Entführung vor Somalia seit fünf Jahren durchgeführt. In den vergangenen sechs Monaten waren es sechs Angriffe, die erfolgreich waren. – derstandard.at/2000059308142-1237230168022/Die-Rueckkehr-der-Piraten-vor-Somalia

Weiter: http://derstandard.at/2000059308142-1237230168022/Die-Rueckkehr-der-Piraten-vor-Somalia

 

Wie im TV: Afrika wirbt in „der Höhle der Löwen“ um ausländische Investitionen

Drei Entwicklungsländer Afrikas sind während der EU Development Days im Stile des TV-Formats „Höhle der Löwen“ gegeneinander angetreten, um um Investitionen ausländischer Firmen zu werben.

Weiter: http://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/wie-im-tv-afrikanische-staaten-werben-in-der-hoehle-der-loewen-um-auslaendische-investitionen/

Anmerkung: Zeigt in perfider Weise die Machtstrukturen auf internationaler Ebene: Investoren scheinen weitaus mächtiger zu sein als der durchschnittliche afrikanische Staat.

 

An Open Letter to Mark Zuckerberg: Africa deserves more from your IT initiatives

Your motivation to invest in Africa’s ICT industry is commendable and in your recent visits to Nigeria and Kenya, you stated your intention to listen, learn, and understand the challenges facing African entrepreneurs. Therefore, I would like to take this opportunity to offer some recommendations on how you can more inclusively and effectively invest in African markets to marshal their technological and human resources and encourage structural economic transformation in the long term.

The Free Basics platform partners with local carriers to provide free internet on phones, yet it only allows users to access webpages pre-determined and approved by Facebook.

(…)

You have tried to address this power disparity through the Chan Zuckerberg Initiative funding to Andela, the African start-up that rigorously selects and trains young talent from countries around the continent in software development and ICT careers. Andela then places graduates in the African offices of top international firms like Microsoft and Google. Yet it is important to ensure that these initiatives do not facilitate further capital flight and brain drain out of African domestic economies by funnelling their creative energies into multinational firms.

Weiter: http://blogs.lse.ac.uk/africaatlse/2017/06/14/an-open-letter-to-mark-zuckerberg-africa-deserves-more-from-your-it-initiatives/

 

Äthiopien: Ostafrikas neue Wirtschaftsmacht?

Äthiopiens Wirtschaft wächst rasant. Das Land könnte Kenia als größte Wirtschaftsmacht in der Region ablösen. Doch noch lebt ein Großteil der Menschen in Armut – und viele Herausforderungen bleiben.

Für Äthopiens Regierung war es ein besonderer Tag: Am Dienstag weihte sie in Hawassa, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt, einen gigantischen Industriepark ein. Mit chinesischer Hilfe entstanden moderne Hallen, in denen hochwertige Leder- und Textilprodukte für den europäischen und den amerikanischen Markt hergestellt werden sollen. Der Park soll schon in kurzer Zeit jährlich eine Milliarde US-Dollar umsetzen. Mehr als 60.000 Menschen sollen dort Arbeit finden.

Ambitionierte Pläne

Die Anlage in Hawassa ist einer von 16 geplanten Industrieparks, die künftig das Land zu einem attraktiven Produktionsstandort machen sollen.

Weiter: http://www.dw.com/de/%C3%A4thiopien-ostafrikas-neue-wirtschaftsmacht/a-39355683

 

 

The Cautious Return of Import Substitution in Africa

As import substitution becomes fashionable again in some African countries, LSE’s Pritish Behuria analyses how successfully this policy can be implemented given the evolving aid and investment landscape.

(…)

Therefore, Ha-Joon Chang and Ben Fine criticise the ‘return’ for barely departing from dominant mainstream discourses and ignoring the history of how countries successfully enacted industrial policies in the past. Nevertheless, such discussions are welcome in many African countries especially since ‘Africa Rising’ narratives have lost their gleam with the sharp downturn in global commodity prices. But these fluctuations have provided a new impulse in many African country governments – the return of import substitution.

Weiter: http://blogs.lse.ac.uk/africaatlse/2017/06/12/the-cautious-return-of-import-substitution-in-africa/

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